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Hafentor Münster

Hafenansicht des Hafentor Münster mit gestaffelter Höhenentwicklung zum Kanal
Hafenansicht
Typ
Masterarbeit
Hochschule
RWTH Aachen
Ort
Stadthafen Münster, Südufer
Jahr
2022
Nutzung
Gastronomie, Büros, Ateliers, Werkstätten, Seminar- und Veranstaltungsräume

Der Entwurf besetzt das letzte freie Grundstück am Südufer des Münsteraner Stadthafens, dort, wo der Dortmund-Ems-Kanal in den Hafen mündet. Gemeinsam mit dem geplanten Hochhaus am Nordufer entsteht eine einladende Torsituation.

Der Münsteraner Stadthafen wurde im Jahr 1899 als Importhafen für Getreide, Holz und andere Kolonialwaren eröffnet und 1940 im zweiten Weltkrieg fast gänzlich zerstört. Seit den 1970er Jahren erlebt der Münsteraner Hafen einen großen Strukturwandel. Nur wenige Relikte erinnern noch an die ursprüngliche Nutzung als Dampfkähne die verschiedenen Waren über den Kanal an die Kaimauer geliefert haben.

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Beginnend mit der Umnutzung vorhandener Gebäude und der Entstehung des „Kreativkais“ hat sich der Hafen immer weiter zu einem der zentralen Hotspots des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in der Stadt entwickelt. Die Planung zur Ergänzung der baulichen Strukturen auf der Nordseite des Hafens, insbesondere im Bereich der alten OSMO-Hallen, sind nahezu abgeschlossen. So steht nun das Südufer im Fokus des aktuellen Baugeschehens. Verschiedenste Gebäude sind hier in den letzten Jahren entstanden oder befinden sich zurzeit in der Planung bzw. im Bau. Unter der Berücksichtigung des industriellen Erbes hat sich hier eine neue Skyline für den Hafen entfaltet.

Der Entwurf des Hafentor Münsters beschäftigt sich mit dem letzten freien Grundstück auf der Südseite des Münsteraner Stadthafens, dem Bereich der Einmündung des Dortmund-Ems-Kanals in den Hafen. Dieser exponierten Lage entsprechend nimmt die geplante Bebauung vorhandene Bezüge der angrenzenden nördlichen und gegenüberliegenden Gebäudekanten auf. Sie schafft in ihrer Höhenstaffelung einen akzentuierten Endpunkt des Südufers. Gemeinsam mit dem auf dem nördlichen Ufer geplanten Hochhaus ergibt sich eine einladende Torsituation zum Stadthafen.

Akzentuiert wird der Entwurf durch zwei Hochpunkte, die als Türme ausgebildet werden. Das Volumen, welches die beiden Türme verbindet, beginnt mit der Höhe der niedrigeren Bebauung des Südufers und steigt dann zu dem nordöstlichen Hochpunkt an.

Das Gebäudevolumen ist durch Einschnitte differenziert und strukturiert. Über den eingeschnittenen Innenhof und das Atrium gelangt Licht ins Innere. Zugleich bilden diese beiden Bereiche in ihrem Zusammenspiel das Zentrum des Bauwerks. Die Nutzungsstruktur ist auf eine vielschichtige und nachhaltige Nutzung ausgelegt. Dabei werden Nutzungseinheiten unterschiedlicher Ausprägung und Größen geschaffen. Durch die gleichmäßige Verteilung der Fluchttreppenhäuser können die Nutzungseinheiten weitestgehend variabel gestaltet werden. Unterstützt wird die Variabilität durch die regelmäßige Tragstruktur und die offene Grundrissgestaltung.

Neben einer gastronomischen Nutzung im EG und 1.OG befinden sich auf den Etagen flexibel gestaltete Büroflächen, Ateliers und Werkstätten sowie zentrale Nutzungen, bestehend aus Seminar-, Veranstaltungsräumen und Präsentationsflächen.

Die Fassadengestaltung des Gebäudes wird durch einen massiven Sockel sowie einem Wechsel aus transparenten und transluzenten Fassaden geprägt. Dabei werden materielle Bezüge der vorhandenen und der historischen Bebauung aufgenommen.

Das Materialkonzept basiert auf dem Grundgedanken eines nachhaltigen und kreislaufgerechten Bauens. Bei der Auswahl der Fassadenmaterialien wurden daher bewusst Recyclingstoffe ausgewählt. So besteht beispielsweise das Verblendmauerwerk aus Recyclingklinker. Die transluzente Fassade wird durch Glaskeramikplatten, die ebenfalls aus vollständig recyceltem Glas hergestellt sind, definiert.

Grundrisse

Explosionsisometrie der übereinander gestapelten Geschosse mit farbig markierten Nutzungsbereichen
Explosionsisometrie der Nutzungsstruktur
Grundriss des Erdgeschosses mit Innenhof, Atrium und Lageplanumfeld
Erdgeschoss
Grundriss des 1. Obergeschosses
1. Obergeschoss
Grundriss des 2. Obergeschosses
2. Obergeschoss
Grundriss des 5. Obergeschosses mit Dachfläche
5. Obergeschoss