03
Learning Center RWTH Aachen

- Typ
- Entwurf
- Hochschule
- RWTH Aachen
- Ort
- Templergraben, Aachen
- Jahr
- 2020
- Nutzung
- Lernplätze, Seminarräume, Coworking Spaces, Werkstätten, Labore, Café
- Konstruktion
- Raumtragwerk, Glashülle, Holz-Pfosten-Riegel, Travertin
Ein Learning Center für die RWTH am Templergraben: zwei Bestandsbauten und eine freie Konstruktion für Werkstätten und Labore unter einer gemeinsamen Glashülle.
Im Bewusstsein um eine immer stärkere Abgrenzung der einzelnen Fakultäten der RWTH voneinander beschäftigt sich die folgende Projektarbeit mit dem Entwurf eines neuen Learning Centers für die Universität auf dem Grundstück der beiden Hochschulbibliotheken am Templergraben. Es soll somit eine neue Infrastruktur für ein vernetztes Lernen an der Uni geschaffen werden.
Weiterlesen +Weniger anzeigen −
Das Projekt lässt sich, sowohl funktionell als auch räumlich, in drei Gebäudeabschnitte unterteilen. Der Bestandsbau der Hochschulbibliothek I definiert den ersten Teil. Hier befinden sich auf den jeweiligen Etagen einerseits die benötigten Büroflächen für die Verwaltung und die Bücherausgabe im Erdgeschoss, als auch zum Innenraum des Gesamtgebäudes hin ausgerichtet, freie Lernplätze und Seminarräume für die Studierenden.
Der zweite Abschnitt bezieht sich auf das Bestandsgebäude der physikalischen Chemie. Hier werden dem Studenten weitere freie Lernplätze, sowie eine wechselnde Auswahl an Fachliteratur geboten. Zudem wird der Bestand um einen neuen Teil nach Nordosten verlängert. Die hier vorzufindenden „Coworking Spaces“ bieten den studentischen Arbeitsgruppen die Möglichkeit, sich für die Zeit ihres Projekts einen festen Arbeitsplatz mieten zu können. Es soll somit der Wissensaustausch der Studierenden untereinander gefördert werden. Als Vorlage dienen die Arbeitsräume der Architekturfakultät und das Konzept des „Coworking Spaces“ in der freien Wirtschaft. Ergänzend hierzu dienen die kleinen Räume als „Creative Labs“ zur Ideenfindung und -entfaltung für die einzelnen Gruppen.
Im ehemaligen Vorplatzbereich entsteht gegenübergestellt zum zweiten Gebäudeabschnitt der dritte Teil als freie Konstruktion. Er bietet den Studenten mit den einzelnen Werkstätten und Laboren einen Raum für das praktische Arbeiten an den studentischen Projekten. Zudem dienen die freien Flächen zwischen den Einheiten im Abschnitt als Ausstellungsmöglichkeiten für Projekte. Zur Südfassade hin befinden sich einzelne Balkone, die als eine Aufenthalts- und Entspannungsmöglichkeit für eine Pause von der Arbeit in der Werkstatt agieren.
Eine Glashülle, in die die beiden anderen Gebäudeabschnitte teils auch eingeschoben sind, umfasst die Konstruktion. Es wird somit ein leichter Übergang vom Außenraum in den Innenraum vermittelt. Zugleich greift das Projekt unter dem Aspekt des nachhaltigen Bauens so auch auf das Haus im Haus-Prinzip zurück. Durch die Lufträume und der Anordnung der Glaslamellen wird auf das Prinzip des Kamineffekts zurückgegriffen. Die einzelnen grünen Beete, die auf den freien Flächen zwischen den Gebäudeteilen angeordnet sind, dienen den Studenten als eine Aufenthaltsmöglichkeit zum Entspannen in den Pausen vom Lernen und Arbeiten. Die Formen beziehen sich auf die vorhandenen Elemente des Außenraums vor dem Gebäude, so dass ein fließender Übergang, der nur leicht durch die Glashülle unterbrochen wird, zwischen außen und innen geschaffen wird. Ergänzend bildet das Café im Erdgeschoss eine weitere Möglichkeit des Aufenthalts und dem Austausch unter den Studierenden.
Bei den Innenfassaden des Gebäudes wird auf eine leichte Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Holz zurückgegriffen. Die Außenfassaden des ersten und zweiten Gebäudeabschnitts wiederum werden als eine Natursteinfassade ausgebildet. Das Material Travertin, das hier verwendet wird, greift mit seinen Farblichkeiten die umliegende historische Bebauung auf. Zugleich steht somit das Massive im Kontrast zur Leichtigkeit der Glashülle.
Das Hauptdach des Gebäudes wird durch eine Raumtragwerksstruktur definiert und kragt besonders über den zweiten Gebäudeabschnitt heraus, auf dem das Grüne im Gebäude als Dachgarten weitergeführt wird. Durch seine Struktur erhält es einen schwebenden Charakter und verbindet die einzelnen Teile zu einem Gesamten.





